Nachhaltigkeit und Resilienz Treiben Innovation auf der IFA Berlin 2022 an

9/28/2022
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Die IFA (Internationale Funkausstellung) in Berlin fand in 2022 wieder in physischer Präsenz statt. Aus den Presseveranstaltungen, Vorträgen, sowie dem IFA+ Summit kamen einige wichtige Themen hervor. In den Jahren 2019-2020 wurde KI als Teil von Smart Home bereits zunehmend betont, was zu verschwimmenden Grenzen von Arbeit und Wohnraum brachte, sowie das Konzept verschiedene Räume im Haus in ein Ökosystem zu verwandeln. Dieser Blog berichtet über die Schwerpunkte der IFA 2022: Neue Perspektiven der Nachhaltigkeit und das Konzept „New Living“. Insbesondere wird auf der IFA das Thema Nachhaltigkeit erneut in den Fokus gebracht im Hinblick auf energiesparenden Haushaltsgeräten und Apparaten, sowie die Erforschung von Ansätzen der „Deglobalisierung“. Jenseits verschwommener Grenzen von Wohn- und Arbeitsräumen und der Schaffung eines Ökosystems, ist „New Living“ zu einem weiteren Leitthema geworden. Durch verschiedene Automatisierungen und nahtlose Interaktionen von Haushaltsgeräten und Apparaten, die durch KI ermöglicht werden, fördern Unternehmen Verbrauchererlebnisse zu Hause und außerhalb.

Die Adaption geldsparender Technologien

Einer der größten, wenn nicht sogar der größte, Trend, der IFA 2022 war die Adaption von Nachhaltigen Konzepten. Besonders zeigte sich dieser Fokus bei den großen Herstellern. Samsung gibt hier genaue Einblicke in ihr Nachhaltigkeitskonzept. Es wird gezeigt, dass die gleichen Produkte, in der gleichen Größe nun mit weniger Material hergestellt werden, sowie weniger Verpackung verbraucht und besonders recycelte Materialien benutzt werden sollen. Zusätzlich dazu werden die Geräte nun mit dem Fokus der Energieeffizienz verbessert, sodass beispielsweise durch SmartThings Energy der Verbrauch überwacht und optimiert wird oder die Waschmaschinen durch neue KI-Technologie 70% weniger Energie verbrauchen.

Neben Samsung warben auch viele weitere Unternehmen wie Miele und Siemens mit intelligenten Geräten, die Strom und Wasserverbrauch automatisch reduzieren, ohne dabei Leistung einzubüßen. Der höhere Preis wird hier mit langfristigem Einsparen von Energie gerechtfertigt. Zudem wurde auch im Rahmen des IFA+ Summits auf Nachhaltigkeit und Wiederverwertung eingegangen. Hier wurde kommuniziert, dass Innovationen in den Geschäftsmodellen und in der Abfallwirtschaft seitens der Technosphäre kommen müssten, sowie Material- und Produktionsinnovationen in der Biosphäre stattfinden müssten. Beispielsweise wurde das Pay-Per-Use Geschäftsmodell aufgeführt, welches dafür sorgt, dass nicht mehr für das Produkt, sondern für dessen Nutzung bezahlt wird, sodass diese Produkte länger verwendet werden können und Wiederaufbereitung oder Rohstoffverwertung nach den Nutzungszyklen nicht mehr nur optional ist. Solche Geschäftsstrategien stehen im heutigen Markt besonders im Fokus und tragen zur Nachhaltigkeit der Gesamtindustrie bei.

Ein neues Leben, im Sinne „besser statt mehr“

Die letzten zwei Jahre haben das Leben eines Jeden verändert. Die Konsumenten sowie die Elektronikbranche mussten ihren Alltag den Gegebenheiten und aufeinanderfolgenden Krisen anpassen. Was sich hier mittlerweile beim Kaufverhalten der Konsumenten herauskristallisiert hat, ist das sogenannte „besser statt mehr“. Die Verbraucher treffen bewusstere Entscheidungen und geben mehr für Qualität aus. Beflügelt hat diesen Trend auch die Überarbeitung der Internetpräsenz der Unternehmen während der Pandemiehochzeit. Die Kunden können die verschiedenen Geräte nun online genau vergleichen, mit Kundenberatern sprechen, sowie auf eine Vielzahl von Bewertungen zurückgreifen. Das sorgt vor allem dafür, dass die Endkonsumenten absichtlicher Entscheidungen treffen.

Diese überdachten Entscheidungen führten zu einem Trend in der Kategorie Smart Home, in der energiesparende sowie alltagserleichternde Geräte eine hohe Nachfrage genossen. Innerhalb des Smart Homes konnten Unternehmen nun dafür sorgen Haushalte mit Geräten aus dem eigenen Ökosystem auszustatten und diese so langfristig binden. Denn nur durch den Kauf weiterer Produkte des gleichen Herstellers bleibt die Konnektivität der verschiedenen Geräte gegeben.

Zu guter Letzt arbeiten viele Hersteller vermehrt an Smart Glasses, also Brillen, die dem Träger die Möglichkeit geben künstliche Objekte in die Wirklichkeit zu projizieren. Momentan sind die verfügbaren Brillen noch sehr begrenzt im Anwendungsbereich oder müssen via Kabel mit einem Endgerät verbunden werden und agieren mehr als Bildschirm, doch in den kommenden Jahren kann man hier mit wichtigen Innovationen rechnen.

IFA+ Summit - Im Angesicht der Disruption

Die Herausforderungen, mit der sich die heutige Wirtschaftspolitik befassen muss, sind vor allem Lieferkettenprobleme, Rohstoffknappheit, sowie die gleichzeitige höhere Nachfrage nach Schlüsseltechnologien. Diese Entwicklungen bringen eine Stagnation in der Globalisierung, eine Slowbalization, mit sich und führen zu mehr Unsicherheit und einer defensiven Haltung der großen Industrieländer. Eine bereits bemerkbare Folge ist das Re- bzw. Nearshoring, die Verlagerung betrieblicher Aktivitäten ins nahegelegene bzw. -stehende Ausland. Viele EU-Unternehmen wollen sich mit EU-Lieferketten diversifizieren, um sich weniger von China abhängig zu machen und für kommende Krisen vorzubeugen.

Die steigende Präferenz im Lokalen zu agieren, lässt sich auch bei den Konsumenten erkennen. Da das Thema Nachhaltigkeit die Größte Sorge des heutigen Konsumenten ist, entscheiden sich viele eher für Unternehmen und Marken, die ein Teil der Lösung sind. Es zeigte sich, dass die Verbraucher entlang der ganzen Customer Journey mehr recherchieren; über den Standpunkt der Unternehmen, die Produktionsstätten dessen, sowie über Qualitätssicherheit, Datenschutz und Garantieaspekte. In Folge wird das lokale Geschäft zunehmend unterstützt und lokale Player besitzen ein klares Differenzierungsmerkmal.

Obwohl Kanzler Olaf Scholz Ende Februar dieses Jahres von einer Zeitenwende gesprochen hat, gibt es schon lange Anzeichen einer Deglobalisierung, sowie Änderungen der Wirtschaftspolitik. Der Brexit, Anti-EU-Bewegungen, etc. sorgen für eine zunehmende Deglobalisierung. Zudem haben viel mehr Akteure Einfluss auf Märkte und Preise, was die Globalisierung der Finanzen angetrieben hat. Hier solle die Strategie geändert werden und eine Deglobalisierung der Finanzen zusammen mit hinreichenden Änderungen im Welthandel veranlasst werden. Der Weg aus der Krise sei ein, von gezieltem Quantative Easing der Zentralbanken, mit gründen Fonds als Ziel, geführter Weg in eine Nachhaltige Wirtschaft.

 

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